Ausstellungseröffnung „Skopje – Stadt im Wandel“ im Kulturhaus Spandau

Der Verein TransnetWork und die Deutsch-Mazedonische Gesellschaft hatten geladen … und mehr als 100 Gäste kamen zur Vernissage der Ausstellung „Skopje – Stadt im Wandel“.

Mazedonien-Vernissage in Spandau
Unter den Vernissage-Gästen waren auch Stefan Schulz und Tom Greulich von TransNetwork

Nach einer kurzen Begrüßung durch den Vereinsvorsitzenden Jörg Matern betonte die Botschafterin der Republik Mazedonien, Exzellenz Frau Kornelija Utevska-Gligorovska in Ihrem Grußwort die wichtige Funktion der Kultur im Austausch zwischen Ländern, Städten und Menschen und die besonders herausragende Rolle der Stadt Skopje als mazedonische Hauptstadt im 20. Jubiläumsjahr der Staatsgründung.

Mazedonien-Vernissage in Spandau
Der Vereinsvorsitzende Jörg Matern mit der mazedonischen Botschafterin I.E. Kornelija Utevska-Gligorovska bei der Vernissage der Ausstellung „Skopje – Stadt im Wandel“

Anschliessend eröffnete der Kurator der Ausstellung Prof. Dr. Rolf Sachsse mit einer einführenden Darstellung der Besonderheiten dieser Ausstellung mit Skopje-Fotos von jungen mazedonischen und deutschen Künstlern und deren individuellen Perspektiven auf die Stadt und deren Wandel den Abend.

Zum geselligen Teil des Abends mit einem reichhaltigen Angebot an Speis und Trank trug auch der Tanzkreis „Faux Pas“ mit seinen folkloristisch-mazedonischen Tanzdarbietung bei.

Doch auch die zeitgenössische mazedonische Musik kam nicht zu kurz. Das Saxophonquartett spielte ein Stück einer jungen mazedonischen Komponistin und kontrastierte dies mit einer Fuge von Johann Sebastian Bach.

Mazedonien-Vernissage in Spandau
Der mazedonische Regisseur Milcho Malchewski (unter anderem „The Wire“) auf der Vernissage

An der abschliessenden Diskussionsrunde nahmen neben dem Moderator Prof. Sachsse und den Fotografen Henrik Elburn und Ivan Blazhev auch der Präsident der Deutsch-Mazedonischen Gesellschaft Walter Kolbow sowie der preisgekrönte mazedonische Filmregisseur Milcho Manchevski teil. Suzana Jumerovska von TransNetwork e.V. übersetzte die Diskussionsbeiträge auf charmante Weise.

Die Fotos, die vielseitigen Redebeiträge und die kulturellen wie lukullischen Angebote führten zu anregenden Gesprächen bis zum späten Abend hinein.

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TransNetwork macht Bildungsreisen

Große Mazedonien-Fahrt: Von Skopje über Bikola bis Tetova

TransNetwork-Projekte starten meisten mit einer Reise, einem Kennenlernen und den ersten Arbeitstreffen in unseren Partnerländern. So war es auch im Falle von Mazedonien. Im April 2010 reiste eine Delegation von TransNetwork in das interessante Binnenland auf der Balkanhalbinsel. Es kam neben einem Besuch im Kultusministerium des Landes zu verschiedenen Treffen, die in weiteren Kooperationen unter anderem mit dem Goethe-Institut Verbindungsbüro Skopje und der Deutsch-Mazedonischen Gesellschaft führten. Hier ein Reisebericht des Vorstandsvorsitzenden Jörg Matern:

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Fahrt über den Ohrid-See

„Wir starten unsere Reise auf dem Flughafen Tegel und besteigen am 22. April eine Propellermaschine, die uns sicher nach Prag bringen wird. Nach einem kurzen Aufenthalt fliegen wir mit einer Boing weiter nach Skopje, der Hauptstadt Mazedoniens.

Schon beim Landeanflug können wir uns einen ersten Eindruck von der gebirgigen Landschaft machen. Auf dem Flughafen „Alexander der Große“ werden wir von unserem Fahrer Zoran freundlich in Empfang genommen. Zoran wird uns in der kurzen Zeit ans Herz wachsen, sicher und ruhig führt er uns an alle Ziele, die wir uns vorgenommen haben.

Und das Programm hat es in sich. Bei strahlendem Sonnenschein beginnen wir unsere Exkursion mit einem Besuch im Kultusministerium beim Staatssekretär Darko Stefanovski und erfahren aus erster Hand, welche wichtige Rolle das Thema Kultur in Mazedonien spielt. Kultur wird als ein Mittel angesehen, die Belange und die Bekanntheit Mazedoniens in Europa besser zu transportieren. Sicherlich ein sehr gutes Ansinnen. Anschließend besuchen wir kurz die Agentur für Sport und Jugend, die gewissermaßen ministerielle Aufgaben übernimmt und zum Beispiel den Erhalt und den Aufbau von Sportstätten in Mazedonien betreibt.

Letzter Programmpunkt nach der Ankunft in Skopje ist der Besuch des Bischofs der evangelisch-methodistischen Kirche. Wir erfahren hier aus erster Hand über die vielschichtigen Probleme des Landes und über die Auswirkungen des Namensstreites mit Griechenland. Eine sehr spannende Diskussion führen wir darüber, dass bislang keine historischen Untersuchungen dieser für Mazedonien in Vergangenheit und Gegenwart sehr bedeutsamen Entwicklungen stattgefunden haben. Es wäre sicher eine gute Aufgabe für Transnetwork e.V., Studenten, insbesondere angehende Historiker oder Politologen, für die Aufarbeitung und Bewertung dieser Entwicklungen nach Mazedonien zu holen.

Der erste Tag wird mit dem Besuch eines sehr schönen Restaurant abgeschlossen – das Essen ist ebenfalls eine sehr positive Überraschung. Wir sind begeistert von den ersten Eindrücken und fahren schließlich zu unserem netten Hotel.

Der zweite Tag führt uns nach Bitola und dem Ohrid See. Wir machen auf dem Weg dorthin eine interessante Zwischenstation in Prilep und besuchen einer der wenigen NGO in Mazedonien. „PREDA“ betreibt verschiedene Projekte in dieser Region. So wird beispielsweise Unterstützung geleistet, die sehr schmackhaften heimischen Apfelsorten besser zu vermarkten oder die sehr traditionellen Anbaumethoden der Paprika systematisch zu erfassen. Es werden auf soziale und bildungspolitische Projekte durchgeführt – PREDA sieht hier ebenfalls sehr viel Handlungsbedarf.

Wir führen unsere Exkursion fort und genießen die wunderschöne und sehr abwechslungsreiche Landschaft – durchaus ein zukünftiges Urlaubsziel.

Wir erreichen Bitola und sind sehr überrascht, eine lebendige Innenstadt zu erleben. Der Besuch der Universität beeindruckt uns ebenfalls, denn deutlich wird hier, das sehr intensive Bestreben, sich international zu beteiligen. Wir sprechen über Möglichkeiten, dass die Universität von Bitola an bildungspolitischen, europäischen Projekten teilnimmt.

Anschließend besuchen wir noch den Ohrid See und besuchen dort das Denkmal der Apostel Method und Kyrill, die letztendlich das kyrillische Alphabet kreiert haben. Eine Bootsfahrt über den wunderschönen Ohrid See rundet die interessante Exkursion ab. Zurück in Skopje genießen wir noch einen sehr guten Wein in der schönen Altstadt.

Am letzten Tag unserer Fahrt besuchen wir noch einen Moschee in Tetova und werden dort von einer aufgeschlossenen Teenagerin sehr offen empfangen und dann fachkundig begleitet. Es stellt sich bald heraus, dass unsere hilfsbereite Begleiterin während des Bürgerkrieges mit ihren Eltern Asyl bei uns in Deutschland hatte. Dieses Erlebnis hat uns alle sehr bewegt. Einer der Gründe mehr, sich für die Geschichte und Gegenwart von Mazedonien zu interessieren. In Tetova sind die Spuren der Auseinandersetzungen auch noch allgegenwärtig.

Skopje-Bitola-Tetova – sehr unterschiedliche Städte in einem Land, nicht viel größer als Brandenburg…

Nach einem schönen Abschiedsabend fliegen wir dann voll gepackt mit vielen positiven Eindrücken zurück nach Berlin und sind davon überzeugt, dass Mazedonien zukünftig mehr Aufmerksamkeit auch durch TransNetwork e.V. verdient.“

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